
Eine Krebsdiagnose betrifft nicht nur die erkrankte Person selbst, sondern auch Angehörige, Freundinnen, Freunde und das gesamte soziale Umfeld.
Die eigene Ohnmacht führt bei Angehörigen häufig zu gut gemeinten, aber belastenden Aussagen wie: „Du musst stark sein“, „Du musst kämpfen“ oder „Du schaffst das“.
Solche Sätze können der betroffenen Person jedoch den Raum nehmen, zu leiden, nicht stark sein zu müssen und die Diagnose auf ihre eigene Weise zu verarbeiten.
Die krebserkrankte Person muss zunächst lernen, für sich selbst stark zu sein, nicht für die Erwartungen des Umfeldes. Dafür darf sie sich innerlich zurückziehen, innehalten und sich Zeit nehmen, um die Diagnose zu verarbeiten und aus der Ohnmacht heraus schrittweise wieder handlungsfähig zu werden.
Es darf in Ordnung sein, melancholisch, verletzt, überfordert oder auch traumatisiert zu sein. Niemand kann erwarten, eine Krebsdiagnose sofort positiv anzunehmen oder hoffnungsvoll zu reagieren.
Auch Phasen großer Tiefe, Angst, Trauer oder innerer Leere sind Teil dieses Prozesses und dürfen sein.
Für Angehörige bedeutet Unterstützung nicht, Lösungen anbieten oder Stärke einfordern zu müssen. Viel hilfreicher ist es, zuzuhören, emotionale Nähe anzubieten und den eigenen Anspruch, „helfen zu müssen“, zurückzunehmen.
Zeigen Sie Bereitschaft, über dieses schmerzhafte Thema zu sprechen, bleiben Sie geduldig und haben Sie Vertrauen in den individuellen Weg der erkrankten Person.